Die dritte Sitzung des Seminars „Digitale Fachdidaktik“ fand am 30.4.2019 statt. Zentraler Aspekt der Sitzung war die Beschaffung von Unterrichtsmaterialien aus dem Internet, sowie das Urheberrecht.
Zu Beginn der Sitzung spielten wir eine Variante von „Ich packe meinen Koffer“ als Spiel zum kennen lernen. Jeder Teilnehmende nennt seinen Vor- und Nachnamen sowie etwas das er liebt, was denselben Anfangsbuchstaben hat wie der Nachname. Der nächste Teilnehmer muss nun zunächst die vorangegangenen Personen „vorstellen“ mit jeweils Vor- und Nachnamen und dem was sie lieben. Wenn er das geschafft hat, stellt sich die Person selbst vor und der nächste ist an der Reihe. Das geht so lange, bis sich jeder im Seminar einmal vorgestellt hat. Vor allem in Gruppen in denen sich die Studenten bzw. Schüler nicht gut untereinander kennen, kann man mit diesem Spiel sehr schnell in entspannter Atmosphäre die Namen lernen.
Nach dem
Spiel haben wir uns in drei Tischgruppen aufgeteilt. Ausgangssituation für die
Aufgabenstellung war, dass wir uns im Zug befinden und kein Material
dabeihaben. Trotz dessen sollen wir nun die nächsten 6 Wochen des
Physikunterrichts planen und haben dafür nur die nur die Materialien zur
Verfügung, auf man im Internet zugreifen kann. Die Gruppen haben sich folgenden
Themen zugeordnet:
Gruppe 1: Optik ( Klasse 6) ; Gruppe 2: Radioaktivität (Klasse 10) ; Gruppe 3:
Quantenphysik (Oberstufe) Zur Bearbeitung der Aufgabe wurden uns noch drei
Leitfragen gestellt, anhand derer wir die Online Quellen beurteilen sollen. Die
Fragen lauteten:
- Welche Quellen können Sie für den Unterricht nutzen?
- Wie können Sie die Qualität der frei verfügbaren Quellen beurteilen?
- Welchen rechtlichen Einschränkungen unterliegen Sie bei der Nutzung?
In der Beantwortung der ersten Frage, waren sich die Studenten relativ einig und hatten viele Überschneidungen. Als mögliche Quellen wurden genannt:
Das KC, Leifi- Physik, youtube.com, simplyscience.ch, chemie.de, nagra.ch, milq, wiki.zum.de, physikunterricht-online.de
Bei der Betrachtung der Qualität der Online Quellen war sich die Gruppe auch weitestgehend einig. Wir haben die Qualität der Quellen an mehreren Aspekten beurteilt. Diese sind der Aufbau der Seite, fachliche Richtigkeit ( Eignung der Autoren) sowie Qualität und Umfang der bereitgestellten Materialien (Übungsaufgaben, Beispiele für Experimente,…). Besonders gut abgeschnitten hat Leifi- Physik, simplyscience.ch und nagra.ch .
Die letzte Frage wurde vor allem im Plenum erörtert. Besonders vertieft wurde dabei, welche Urheberrechte man als Lehrer zu beachten hat. Dies ist wichtig, wenn man Materialien an die Schüler herausgibt. In dieser Diskussion haben mehrere Kommilitonen berichtet, was sie aus ihrer Schulzeit kannten. Wie viel Lehrkräfte kopieren und verbreiten dürfen, war den Studenten nicht bekannt. Als Regelung zu dieser Problematik gibt es einen Vertrag zwischen Kultusministerien und dem Verband Bildungsmedien (VBM) der besagt, dass eine Lehrkraft pro Klasse pro Schuljahr maximal 15 % aber nicht mehr als 20 Seiten aus ein und demselben Buch vervielfältigen darf. Diese Vereinbarung schützt das Verlagswesen. Bei Internetquellen kann man nicht generalisieren. Hier muss man immer von Quelle zu Quelle prüfen wer der Herausgeber ist und welche datenschutzrechtlichen Einschränkungen vorliegen. Als wichtiges Beispiel ist hier Leifi-Physik zu nennen. Denn Leifi-Physik wird von einer Stiftung betrieben und ist somit nicht gewinnorientiert. Die Inhalte von Leifi- Physik können vervielfältigt werden.
Wir fanden die Sitzung sehr interessant, da Probleme angesprochen wurden, mit denen wir uns bis dahin noch nicht auseinandergesetzt haben. Welche urheberrechtlichen Aspekte man bei der Materialbeschaffung zu beachten hat, war uns vorher noch gar nicht klar. Somit war es gut, dass wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt haben und zum Teil auch schon Antworten bekommen konnten, wie zum Beispiel der Vertrag zwischen Kultusministerien und dem VMB. Zudem war die Sitzung sehr abwechslungsreich gestaltet, aufgrund des Kennlernspiels zu Beginn und der Phase in Gruppenarbeit.